Ratgeber · Ökostrom

Ökostrom

Ökostrom stammt aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser. Wer einen entsprechenden Tarif wählt, möchte häufig die Energiewende unterstützen und gleichzeitig seine Stromkosten im Blick behalten. Doch die Bezeichnung allein verrät noch nicht, welchen zusätzlichen Umweltnutzen ein Angebot tatsächlich hat.

Veröffentlicht am · Mit KI erstellt

Für eine gute Entscheidung sollten Sie deshalb drei Dinge zusammen betrachten: die Jahreskosten, die Vertragsbedingungen und die nachvollziehbaren Umweltkriterien. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ökostrom im Vergleich beurteilen, was einen passenden Anbieter ausmacht und welche Rolle Herkunftsnachweise und Siegel spielen.

Ökostrom im Vergleich: Kosten und Umweltnutzen richtig bewerten

Ein sinnvoller Vergleich beginnt mit Ihrer Postleitzahl und Ihrem jährlichen Stromverbrauch. Beides benötigen Sie, um verfügbare Tarife für Ihren Haushalt zu ermitteln. Den Verbrauch finden Sie auf Ihrer letzten Jahresabrechnung. Rechnen Sie mit veränderten Bedingungen, etwa durch ein Elektroauto, sollte die Verbrauchsschätzung dazu passen.

Entscheiden Sie außerdem vor der Suche, was Ihnen ökologisch wichtig ist. Genügt Ihnen der Nachweis erneuerbarer Herkunft, oder möchten Sie gezielt zusätzliche Investitionen in die Energiewende unterstützen? Diese Frage hilft, Angebote nach passenden Kriterien einzugrenzen.

Vergleichen Sie die gesamten Jahreskosten

Der Arbeitspreis gibt an, was eine verbrauchte Kilowattstunde kostet. Dazu kommt der Grundpreis, den Sie unabhängig vom Verbrauch bezahlen. Bei einem Tarif mit festen Preisen lautet die Rechnung:

Jahreskosten = Jahresverbrauch × Arbeitspreis + jährlicher Grundpreis

Setzen Sie den Arbeitspreis in Euro ein. 28 Cent entsprechen beispielsweise 0,28 Euro.

Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Bruttopreisen und 3.000 kWh Jahresverbrauch:

KostenbestandteilTarif ATarif B
Arbeitspreis28 ct/kWh30 ct/kWh
Grundpreis pro Jahr180 €96 €
Jahreskosten ohne Bonus1.020 €996 €

Tarif B ist in diesem Beispiel trotz höherem Kilowattstundenpreis um 24 Euro günstiger. Bei einem anderen Verbrauch kann sich das Ergebnis verändern. Die Zahlen sind keine aktuellen Tarifangebote.

Bonus, Laufzeit und Preisgarantie mitprüfen

Ein Neukundenbonus kann die Kosten im ersten Jahr senken. Prüfen Sie aber, wann er ausgezahlt wird und welche Voraussetzungen gelten. Rechnen Sie zusätzlich ohne einmalige Vergünstigungen. So erkennen Sie, wie das Angebot bei unveränderten Preisen anschließend einzuordnen wäre.

Achten Sie bei der Preisgarantie auf Dauer und Umfang. Manche Garantien nehmen etwa Steuern, Abgaben oder Netzentgelte aus. Auch Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist müssen zu Ihren Vorstellungen passen. [2]

Für den Vergleich empfiehlt sich eine kleine Auswahl von Tarifen, die Ihre Umweltanforderungen erfüllen. Erst innerhalb dieser Auswahl vergleichen Sie die Kosten. So vermeiden Sie, dass ein günstiges Angebot entscheidende Kriterien verdrängt.

Ökostromanbieter auswählen: Welche Nachweise wirklich helfen

Ein grüner Markenauftritt sagt wenig über einen einzelnen Tarif aus. Entscheidend ist, was der Anbieter konkret nachweist: Welche Energiequellen werden genutzt? Welche Kriterien werden kontrolliert? Und fördert das Angebot zusätzliche Energiewendeprojekte?

Prüfen Sie den genauen Tarifnamen und das zugehörige Zertifikat. Ein Unternehmen kann verschiedene Stromprodukte mit unterschiedlichen Eigenschaften anbieten. Aus einem ausgezeichneten Tarif lässt sich deshalb nicht automatisch auf das gesamte Angebot schließen.

Grüner Strom und EnergieVision: Orientierung durch klare Kriterien

Das Grüner Strom-Label verbindet erneuerbare Stromherkunft mit verpflichtenden Investitionen in Energiewendeprojekte. Auf der Internetseite des Labelgebers können Sie zertifizierte Tarife und die geltenden Anforderungen nachsehen. [3]

Das früher als ok-power bekannte Siegel heißt inzwischen EnergieVision. Es umfasst unter anderem erneuerbare Stromherkunft, Anforderungen an den Anbieter und zusätzliche Beiträge zur Energiewende, beispielsweise durch die Beschaffung aus ungeförderten Neuanlagen oder Investitionen in neue Anlagen. [4]

Für Ihre Auswahl ist die praktische Frage entscheidend: Können Sie nachvollziehen, welche Anforderungen Ihr konkreter Tarif erfüllt? Ein verlinktes, gültiges Zertifikat und verständlich erläuterte Kriterien helfen dabei mehr als eine allgemeine Werbeaussage.

Was bedeutet „TÜV-geprüft“ bei Ökostrom?

Eine TÜV-Zertifizierung sollten Sie anhand des konkreten Prüfstandards beurteilen. TÜV SÜD unterscheidet beispielsweise zwischen EE01 mit einer Neuanlagenkomponente beziehungsweise festgelegten Alternativen und EE02 mit Anforderungen an die zeitgleiche Erzeugung passend zum Verbrauch.

Die Standards setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Lassen Sie sich deshalb erklären, was genau geprüft wird. Ein TÜV-Zeichen allein beantwortet noch nicht alle Fragen zum zusätzlichen Umweltnutzen. [5]

Auch Erreichbarkeit und Vertragsunterlagen zählen

Ein passender Stromanbieter sollte Preise und Bedingungen verständlich darstellen. Prüfen Sie vor dem Abschluss, über welche Wege Sie Fragen stellen können und ob die Betreuung ausschließlich online erfolgt. Das ist besonders relevant, wenn Sie Rechnungen oder Vertragsänderungen lieber telefonisch besprechen möchten.

Bewertungen können Hinweise auf wiederkehrende Probleme geben. Einzelne besonders positive oder negative Erfahrungen ersetzen jedoch keine Prüfung der Vertragsunterlagen. Bewahren Sie das Angebot einschließlich Preisblatt und Zertifikatsangaben auf.

Was ist Ökostrom? Herkunft und Wirkung verständlich erklärt

Zu den erneuerbaren Quellen für Strom gehören neben Sonne, Wind und Wasser auch Biomasse und Geothermie. Bei einem Ökostromtarif wird die erneuerbare Herkunft der verkauften Strommenge über entsprechende Nachweise belegt.

Ein Herkunftsnachweis dokumentiert unter anderem Erzeugungsanlage, Energiequelle und Erzeugungszeitraum. Durch seine Entwertung wird verhindert, dass dieselbe erneuerbare Eigenschaft mehrfach an Kunden verkauft wird.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ausschließlich Strom aus einem bestimmten Windpark zu Ihrer Steckdose gelangt. Im öffentlichen Netz lässt sich der physikalische Stromfluss nicht durch die Wahl eines Tarifs festlegen. Der Vertrag ordnet Ihrem Verbrauch eine bestimmte Herkunft zu. [1]

Warum Ökostrom nicht automatisch zusätzlichen Anlagenbau bedeutet

Ein Herkunftsnachweis kann aus einer bereits bestehenden Anlage stammen. Sein Kauf allein belegt deshalb nicht, dass durch Ihren Tarif ein weiteres Windrad oder eine neue Solaranlage entsteht. Zusätzliche Anforderungen, wie sie bestimmte Labels vorsehen, sollen diesen Unterschied berücksichtigen. [6]

Auch die Bezeichnung „Ökostrom aus Deutschland“ sollte genauer erklärt werden: Ein deutscher Unternehmenssitz bedeutet nicht automatisch, dass die nachgewiesene Erzeugung ebenfalls in Deutschland stattfindet.

Was ändert sich beim Wechsel?

Für einen reinen Lieferantenwechsel sind keine Arbeiten an Ihren Stromleitungen notwendig. Ihr bestehender Vertrag bestimmt weiterhin, wann ein Wechsel möglich ist. Prüfen Sie deshalb Laufzeit und Kündigungsfrist, bevor Sie einen neuen Lieferbeginn vereinbaren. [7]

Häufige Fragen zu Ökostrom

Was ist der Nachteil von Ökostrom?

Der wichtigste mögliche Nachteil ist ein geringer zusätzlicher Umweltnutzen trotz grüner Werbung. Herkunftsnachweise allein garantieren keinen Ausbau erneuerbarer Energien. Außerdem können Preise und Vertragsbedingungen ungünstig sein. Prüfen Sie deshalb Umweltkriterien und Gesamtkosten gemeinsam.

Was kostet 1 kWh Strom bei Ökostrom?

Es gibt keinen einheitlichen Ökostrompreis. Der Arbeitspreis hängt unter anderem von Tarif, Wohnort und Angebotszeitpunkt ab. Zusätzlich fällt meist ein Grundpreis an. Für einen belastbaren Kostenvergleich benötigen Sie daher ein konkretes Angebot und Ihren Jahresverbrauch.

Ist Ökostrom billiger als normaler Strom?

Ökostrom kann günstiger sein als Ihr bisheriger Tarif, ist es aber nicht grundsätzlich. Vergleichen Sie die Jahreskosten bei gleichem Verbrauch und berücksichtigen Sie Bonusbedingungen. Die erneuerbare Herkunft allein bestimmt nicht, welches Angebot preiswerter ist.

Quellen und weitere Informationen

Persönliches Sparangebot

Sparangebot kostenlos anfordern

Sie möchten wissen, ob ein anderer Tarif zu Ihrem Haushalt und Ihren Umweltansprüchen passt? Ich bin Stefanos Paschen und prüfe verfügbare Angebote ausgewählter Partneranbieter. Dabei erläutere ich Kosten, Vertragsbedingungen und die ausgewiesenen Eigenschaften des jeweiligen Angebots. Ein vollständiger Marktvergleich ist damit nicht verbunden.

Mein Ziel ist eine erste persönliche Rückmeldung innerhalb weniger Minuten. Wie schnell die vollständige Prüfung möglich ist, hängt von Ihren Angaben und den vorliegenden Unterlagen ab.

Für Beratung und Vermittlung zahlen Sie kein Honorar. Meine Vergütung erfolgt ausschließlich durch Provisionen des vermittelten Energieversorgers. Die Kosten Ihres Energieliefervertrags bleiben davon unberührt. Ihre Anfrage ist unverbindlich; ein Wechsel erfolgt erst nach Ihrer ausdrücklichen Beauftragung.

Sparangebot kostenlos anfordern