Ratgeber · Wärmepumpe

Wärmepumpenstrom

Wann ist ein eigener Tarif sinnvoll? Vergleichen Sie Strompreis, Zählerkosten und mögliche Entlastungen anhand Ihres tatsächlichen Verbrauchs.

Veröffentlicht am · Mit KI erstellt

Wärmepumpenstrom bezeichnet spezielle Stromtarife für elektrische Wärmepumpen. Sie können Ihre Heizkosten senken. Ob sich ein solcher Tarif für Ihr Eigenheim lohnt, hängt jedoch vom Verbrauch, den Vertragsbedingungen und Ihrer Zählerausstattung ab.

Entscheidend ist deshalb die gesamte Jahresrechnung. Ein niedriger Preis pro Kilowattstunde kann durch zusätzliche Grundgebühren oder Zählerkosten aufgezehrt werden. Hier erfahren Sie, wie Sie Angebote vergleichen und welche Voraussetzungen Sie vorher klären sollten.

Wärmepumpenstrom im Vergleich: So finden Sie einen passenden Tarif

Wärmepumpenstrom-Vergleich 2026: Jahreskosten richtig berechnen

Für einen ersten Preisvergleich benötigen Sie Ihre Postleitzahl, den jährlichen Stromverbrauch der Wärmepumpe und Angaben zum vorhandenen Stromzähler. Auch das Inbetriebnahmedatum kann für die Tarifauswahl relevant sein.

Vergleichen Sie die verfügbaren Wärmepumpenstromtarife anhand dieser Punkte:

  • Arbeitspreis: Wie viel kostet eine verbrauchte Kilowattstunde?
  • Grundpreis: Welche feste Gebühr fällt monatlich oder jährlich an?
  • Messkosten: Sind die Kosten für den Zähler enthalten oder kommen sie hinzu?
  • Vertragsbedingungen: Wie lange sind Sie gebunden, und welche Bestandteile umfasst die Preisgarantie?
  • Vergünstigungen: Sind Netzentgeltreduzierungen bereits eingerechnet, und gelten Boni nur im ersten Jahr?

Rechnen Sie Angebote zusätzlich ohne einmalige Boni durch. So erkennen Sie leichter, welcher Wärmepumpenstromtarif auch nach dem ersten Vertragsjahr zu Ihrem Haushalt passt.

Wärmepumpe und Hausstrom: ein gemeinsamer Tarif oder zwei?

Ihre Wärmepumpe kann grundsätzlich über den Haushaltsstromzähler laufen. Für einen getrennten Wärmepumpenstromtarif wird üblicherweise ein eigener Zähler benötigt. Bei geringem Heizstromverbrauch können die Zusatzkosten einer getrennten Abrechnung den Preisvorteil aufbrauchen.

Bei steuerbaren Anlagen nach den neuen Regeln des § 14a EnWG stehen unterschiedliche Netzentgeltmodelle zur Verfügung. Netzentgelte sind die Kosten für die Nutzung des Stromnetzes:

  • Modul 1 sieht eine pauschale Entlastung vor. Ein eigener Wärmepumpenzähler ist dafür nicht erforderlich.
  • Modul 2 erfordert eine separate Messung. Der Arbeitspreis des Netzentgelts sinkt um 60 Prozent. Diese Ermäßigung betrifft nur den Netzanteil am Strompreis.
  • Modul 3 ergänzt Modul 1 um zeitabhängige Netzentgelte und setzt ein intelligentes Messsystem voraus.

Zwei Tarifmodelle im Rechenbeispiel

Ein fiktives Beispiel mit 3.000 kWh Haushaltsstrom und 5.000 kWh Wärmepumpenstrom pro Jahr. Alle Beträge sind brutto und dienen ausschließlich der Veranschaulichung.

Kosten pro JahrGemeinsamer TarifGetrennte Tarife
Haushaltsstrom zu 32 ct/kWh960 €960 €
Wärmepumpenverbrauch1.600 € bei 32 ct/kWh1.250 € bei 25 ct/kWh
Gesamte Grund- und Messkosten120 €300 €
Angenommene Entlastung nach Modul 1−150 €entfällt
Gesamtkosten2.530 €2.510 €

Beim getrennten Tarif sind die angenommenen Vergünstigungen bereits im Arbeitspreis berücksichtigt. Er spart hier lediglich 20 Euro jährlich. Einmalige Umbaukosten kämen gegebenenfalls hinzu. Mit Ihren tatsächlichen Preisen und Verbräuchen kann das Ergebnis anders ausfallen.

Wärmepumpenstrom-Preisentwicklung: Was 2026 Ihren Preis beeinflusst

Der Preis für Wärmepumpenstrom hängt unter anderem vom Anbieter, dem Netzgebiet und den jeweiligen Vergünstigungen ab. Einzelne günstige Angebote zeigen deshalb noch keine allgemeine Preisentwicklung.

Ein konkreter Entlastungsfaktor ist die Befreiung von der KWKG- und Offshore-Netzumlage nach § 22 EnFG. Dafür muss die Wärmepumpe unter anderem über einen eigenen Zählpunkt versorgt werden. Der Stromlieferant muss die Voraussetzungen gegenüber dem Netzbetreiber nachweisen. Seit dem Wegfall des gesetzlichen Vorbehalts Ende 2025 kann die Regelung eindeutig angewendet werden.

Ob und wie der Vorteil bei Ihnen ankommt, richtet sich nach dem Liefervertrag. Fragen Sie Ihren Anbieter, ob die Entlastung im Wärmepumpenstrompreis bereits enthalten ist. Ein sinkender Preisbestandteil bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Tarif günstiger wird.

Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Welche Kosten gehören dazu?

Beim Heizungstausch sollten Sie Anschaffung und laufende Ausgaben getrennt betrachten. Lassen Sie sich ein vollständiges Angebot erstellen, das Gerät, Installation, Elektroarbeiten, Demontage der Gasheizung und gegebenenfalls Änderungen an Heizkörpern oder Zählerschrank enthält.

Für die späteren Stromkosten zählt außerdem, wie effizient die Anlage arbeitet. Die Jahresarbeitszahl beschreibt das Verhältnis zwischen erzeugter Wärme und eingesetztem Strom. Bei angenommenen 20.000 kWh Wärmebedarf und einer Jahresarbeitszahl von 4 wären rechnerisch 5.000 kWh Strom nötig. Das ist ein Beispiel, keine Verbrauchsprognose für Ihr Haus.

Prüfen Sie die aktuelle KfW-Heizungsförderung frühzeitig. Für das Programm 458 sind unter anderem ein passender Vertrag mit Förderbedingung und ein Antrag vor Beginn der Arbeiten erforderlich.

Wärmepumpenstrom: Diese Voraussetzungen sollten Sie prüfen

Bevor Sie einen Vertrag abschließen, klären Sie mit einem Elektrofachbetrieb und Ihrem Netzbetreiber drei Fragen:

  1. Wie wird der Verbrauch gemessen? Für einen separaten Liefervertrag genügt ein interner Verbrauchszähler der Wärmepumpe nicht. Das Messkonzept muss zur getrennten Abrechnung passen.
  2. Ist die Anlage korrekt angemeldet? Für seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommene Wärmepumpen am Niederspannungsnetz gelten bei mehr als 4,2 kW elektrischer Anschlussleistung grundsätzlich die neuen Steuerungsregeln. Ein elektrischer Zusatzheizstab ist dabei zu berücksichtigen.
  3. Welche Regelung gilt für Ihre Anlage? Bei älteren Wärmepumpen können andere Vereinbarungen und Übergangsregeln maßgeblich sein.

Die elektrische Anschlussleistung beschreibt die Stromaufnahme. Sie darf nicht mit der Heizleistung verwechselt werden, die auf dem Datenblatt meist deutlich höher liegt.

Halten Sie anschließend für den Tarifvergleich Ihre letzte Abrechnung, den Jahresverbrauch, die Zählernummer und das Inbetriebnahmedatum bereit. Falls Sie eine Photovoltaikanlage nutzen, sollte auch deren Einbindung in das Messkonzept geklärt sein.

Häufige Fragen zu Wärmepumpenstrom

Wann lohnt sich ein Wärmepumpenstromtarif?

Er lohnt sich, wenn die jährliche Ersparnis sämtliche zusätzlichen Grund- und Messkosten übersteigt. Berücksichtigen Sie außerdem mögliche Umbaukosten und die Entlastung, die Ihnen bei gemeinsamer Messung zustehen kann. Eine feste Verbrauchsgrenze gilt nicht für jedes Haus.

Was ist der Nachteil von Wärmepumpenstrom?

Bei einem separaten Tarif können zusätzliche Kosten für Zähler und Vertrag entstehen. Bei steuerbaren Anlagen kann der Netzbetreiber außerdem den Strombezug zeitweise begrenzen. Nach den neuen Regeln bleibt eine Mindestleistung verfügbar; für ältere Vereinbarungen können andere Bedingungen gelten.

Was muss ich tun, um Wärmepumpenstrom zu bekommen?

Klären Sie zuerst Zählerausstattung, Anmeldung und Steuerbarkeit Ihrer Anlage. Vergleichen Sie anschließend passende Angebote anhand Ihrer Jahreskosten. Den technischen Anschluss übernimmt ein Fachbetrieb; den Liefervertrag schließen Sie mit dem ausgewählten Stromanbieter.

Quellen und weitere Informationen

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