Ratgeber · Elektromobilität

E-Auto laden Kosten

Wenn Sie Ihr E-Auto laden, hängen die Kosten vor allem von Ihrem Stromtarif, dem Verbrauch des Fahrzeugs und der gewählten Ladestation ab. Bei beispielhaften 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer zahlen Sie mit einem Strompreis von 30 Cent rund 6 Euro. Bei 69 Cent sind es bereits 13,80 Euro.

Veröffentlicht am · Mit KI erstellt

Entscheidend ist, wo und wie häufig Sie laden. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie eine einzelne Ladung berechnen, zusätzliche Gebühren erkennen und Ihre jährlichen Stromkosten einschätzen.

Stand: 25. Oktober 2026. Alle folgenden Strom- und Benzinpreise sind Rechenbeispiele, keine aktuellen Tarifangebote. Die Beispielpreise verstehen sich einschließlich Umsatzsteuer.

E-Auto laden: Kosten berechnen mit Formel und Beispiel

Für eine einfache Berechnung benötigen Sie die abgerechnete Strommenge und den Preis je Kilowattstunde:

Ladekosten = abgerechnete Strommenge in kWh × Preis je kWh

Werden beispielsweise 40 kWh zu jeweils 0,30 Euro abgerechnet, kostet der Strom für diesen Ladevorgang 12 Euro. Eventuelle Grund-, Start-, Park- oder Blockiergebühren kommen hinzu.

Kilowattstunden beschreiben die geladene Energiemenge. Die Ladeleistung in Kilowatt, etwa 11 kW bei einer Wallbox, beeinflusst dagegen vor allem, wie schnell Ihr Auto lädt.

Batteriekapazität und Ladeverluste berücksichtigen

Möchten Sie die Kosten vor dem Laden abschätzen, brauchen Sie die nutzbare Batteriekapazität sowie den aktuellen und gewünschten Ladestand.

Ein Elektroauto mit 60 kWh nutzbarer Batteriekapazität soll von 20 auf 80 Prozent geladen werden:

60 kWh × 0,60 = 36 kWh zusätzliche Energie im Akku

Die bezogene Strommenge fällt höher aus, weil beim Laden Verluste entstehen. Unter anderem benötigen die Fahrzeugelektronik und die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom Energie. Die Verluste unterscheiden sich nach Fahrzeug, Ladeleistung und Bedingungen. [1]

Nehmen wir für dieses Rechenbeispiel an, dass 90 Prozent des bezogenen Stroms im Akku ankommen:

36 kWh ÷ 0,90 = 40 kWh Strombezug

Bei 30 Cent je kWh ergeben sich somit 12 Euro. Zeigt Ihre Wallbox bereits die bezogene Strommenge an, rechnen Sie direkt damit. Einen zusätzlichen pauschalen Verlustaufschlag sollten Sie dann nicht ansetzen.

Was kostet eine Ladung E-Auto zu Hause?

Zu Hause bestimmt zunächst der Arbeitspreis Ihres Stromtarifs die laufenden Ladekosten. Diesen finden Sie auf Ihrer Stromrechnung oder in den Vertragsunterlagen.

Im Beispiel mit einem 60-kWh-Akku, 90 Prozent Ladewirkungsgrad und 30 Cent je kWh kostet eine rechnerische Ladung von 0 auf 100 Prozent rund 20 Euro. Im Alltag laden Sie häufig nur einen Teil der Batterie nach. Für die Haushaltsplanung ist deshalb der jährliche Strombedarf aussagekräftiger als der Preis einer vollständigen Ladung.

Haushaltsstrom und Autostrom gemeinsam betrachten

Wer jährlich 15.000 Kilometer fährt und dafür einschließlich Ladeverlusten 20 kWh pro 100 Kilometer bezieht, benötigt 3.000 kWh Ladestrom im Jahr. Bei einem um 5 Cent niedrigeren Arbeitspreis wären das rechnerisch 150 Euro weniger Stromkosten.

Ob sich ein anderer Tarif lohnt, hängt zusätzlich vom Grundpreis und den Vertragsbedingungen ab. Ein günstigerer Kilowattstundenpreis kann durch höhere feste Kosten aufgezehrt werden.

Laufen Haushalt und Wallbox über denselben Zähler, vergleichen Sie die Jahreskosten für den gesamten Stromverbrauch. Bei einer separaten Messung gehören zusätzliche Zähler- und Tarifkosten in die Rechnung.

Wallbox und eigener Solarstrom

Die Anschaffung und Installation einer Wallbox sind zusätzliche Investitionen. Eine fachgerecht installierte Wallbox eignet sich für regelmäßiges Laden; im ADAC-Test verursachte sie zudem geringere Ladeverluste als die Haushaltssteckdose. [1]

Mit einer Photovoltaikanlage können Sie einen Teil des Ladestroms selbst erzeugen. Kostenlos ist dieser Strom wirtschaftlich betrachtet jedoch nicht. Berücksichtigen Sie die Kosten der Anlage und die Einspeisevergütung, auf die Sie durch den Eigenverbrauch verzichten. Besonders interessant ist das Laden dann, wenn Ihr Auto während der sonnigen Stunden zu Hause steht.

E-Auto laden: Kosten an öffentlichen Ladestationen vergleichen

An öffentlichen Ladesäulen gibt es keinen einheitlichen Strompreis. Entscheidend sind der Betreiber, Ihr Ladetarif und die verwendete App oder Ladekarte. Selbst am gleichen Ladepunkt können unterschiedliche Preise gelten.

AC-Ladepunkte liefern Wechselstrom und eignen sich etwa für längere Aufenthalte beim Einkaufen oder am Arbeitsplatz. DC-Schnellladestationen liefern Gleichstrom und ermöglichen kürzere Ladepausen. Welche Variante günstiger ist, ergibt sich aus dem jeweiligen Tarif. [2]

Prüfen Sie vor dem Start:

  • Preis je kWh: Welcher Betrag gilt für diesen Ladepunkt?
  • Grundgebühr: Zahlen Sie monatlich für einen günstigeren Ladetarif?
  • Blockiergebühr: Ab welcher Anschlussdauer entstehen zusätzliche Kosten?
  • Weitere Gebühren: Fallen beispielsweise Parkkosten oder eine Startgebühr an?

Bei manchen Anbietern gelten an fremden Ladestationen andere Preise als im eigenen Netz. Kontrollieren Sie deshalb den angezeigten Preis vor jeder Ladung, insbesondere bei einer bislang unbekannten Station. [3]

Wann lohnt sich ein Ladeabo?

Eine monatliche Grundgebühr lohnt sich erst, wenn die Ersparnis beim Laden diese ausgleicht.

Ein hypothetischer Tarif kostet 6 Euro monatlich und ist an den von Ihnen genutzten Stationen 10 Cent je kWh günstiger:

6 Euro ÷ 0,10 Euro = 60 kWh pro Monat

Bei 60 kWh sind beide Varianten gleich teuer. Oberhalb dieser Menge beginnt die Ersparnis, sofern keine weiteren Kostenunterschiede bestehen. Wer überwiegend zu Hause lädt, benötigt daher nicht automatisch ein kostenpflichtiges Ladeabo.

E-Auto laden: Kosten pro 100 km richtig vergleichen

Für den Vergleich mit einem anderen Elektroauto oder einem Verbrenner eignet sich der Energiepreis pro 100 Kilometer:

Kosten pro 100 km = Strombedarf einschließlich bezahlter Ladeverluste × Preis je kWh

Die Tabelle zeigt drei reine Rechenbeispiele. In allen Fällen werden 20 kWh pro 100 Kilometer abgerechnet.

Angenommener StrompreisKosten pro 100 kmKosten für 15.000 km
30 Cent/kWh6,00 €900 €
49 Cent/kWh9,80 €1.470 €
69 Cent/kWh13,80 €2.070 €

Grundgebühren, Ladeinfrastruktur und weitere Fahrzeugkosten sind nicht enthalten. Die Tabelle zeigt deshalb die Stromkosten, nicht die gesamten Kosten des Autofahrens.

Nutzen Sie möglichst eigene Messwerte. Der Bordcomputer zeigt nicht zwingend sämtliche Strommengen, die Ihnen beim Laden berechnet werden. Für einen belastbaren Vergleich erfassen Sie über mehrere Wochen die geladenen kWh und die gefahrenen Kilometer. Anfangs- und Endladestand sollten dabei ungefähr übereinstimmen.

Ihren persönlichen Lademix berechnen

Laden Sie 80 Prozent Ihrer Strommenge zu beispielhaften 30 Cent zu Hause und 20 Prozent unterwegs zu 69 Cent, ergibt sich:

0,80 × 0,30 Euro + 0,20 × 0,69 Euro = 0,378 Euro/kWh

Bei 20 kWh pro 100 Kilometer zahlen Sie damit durchschnittlich 7,56 Euro für den Strom. Gewichten Sie nach der geladenen Energiemenge, nicht nach der Anzahl Ihrer Ladestopps.

Häufige Fragen zu den Ladekosten

Ist Strom tanken billiger als Benzin?

Das hängt vom Verbrauch und den jeweiligen Energiepreisen ab. Ein Benziner mit 6 Litern Verbrauch und einem angenommenen Benzinpreis von 1,80 Euro kostet 10,80 Euro pro 100 Kilometer. Das Elektroauto aus unserer Tabelle liegt bei 30 Cent je kWh darunter, bei 69 Cent darüber. Anschaffung, Versicherung, Wartung und Wertverlust müssen Sie für einen vollständigen Kostenvergleich zusätzlich berücksichtigen.

Welche staatlichen Zuschüsse stehen mir zur Verfügung?

Je nach Vorhaben kommen Zuschüsse zum Fahrzeugkauf oder zur Ladeinfrastruktur infrage. Stand Oktober 2026 erhalten förderberechtigte Privatpersonen beim Kauf oder Leasing eines neuen reinen Elektroautos 3.000 bis 6.000 Euro. Einkommen, Familiengröße und weitere Förderbedingungen bestimmen den Anspruch. [4]

Für Ladeinfrastruktur in bestehenden Mehrparteienhäusern gibt es ein separates Bundesprogramm. Die Förderaufrufe für WEG sowie KMU und private Vermieter sind vorbehaltlich verfügbarer Mittel bis zum 10. November 2026 geöffnet. Prüfen Sie die Voraussetzungen vor einer Beauftragung. [5]

Ist ein E-Auto wirklich umweltfreundlicher als ein Verbrenner?

Bei der Klimabilanz schneiden vergleichbare Elektroautos über den gesamten Lebenszyklus in der Regel besser ab. Dabei werden auch Herstellung, Batterie und Stromerzeugung berücksichtigt. Umweltbelastungen durch Rohstoffabbau und Produktion bleiben jedoch bestehen. Fahrzeuggröße, Stromversorgung und Nutzungsdauer beeinflussen die Bilanz; ein Elektroauto ist deshalb nicht in jeder Umweltkategorie automatisch überlegen. [6]

Quellen und weitere Informationen

Recherchestand: 25. Oktober 2026. Die Kostenrechnungen verwenden ausdrücklich angenommene Preise und Verbräuche. Förderprogramme sind an Bedingungen, Fristen und verfügbare Mittel gebunden.

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