Ratgeber · Wärmepumpe

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe nutzt Energie aus Luft, Erdreich oder Grundwasser, um Ihr Haus zu heizen und häufig auch Warmwasser bereitzustellen. Mit einer passenden Anlage können Sie den Einsatz fossiler Brennstoffe reduzieren. Wie wirtschaftlich das gelingt, hängt von Ihrem Gebäude, der Installation und dem Stromtarif ab.

Veröffentlicht am · Mit KI erstellt

Vor einer Anschaffung sollten Sie deshalb drei Fragen klären: Welche Wärmequelle ist verfügbar? Welche Temperaturen benötigt Ihre Heizung? Und wie hoch sind die gesamten Kosten nach einer möglichen Förderung? Hier erfahren Sie, worauf es bei Ihrer Entscheidung ankommt.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe hebt Umweltwärme auf eine Temperatur an, die zum Heizen nutzbar ist. Dafür arbeitet sie mit einem geschlossenen Kältemittelkreislauf:

  1. Wärme aufnehmen: Im Verdampfer nimmt das Kältemittel Energie aus der Wärmequelle auf und verdampft.
  2. Temperatur erhöhen: Ein elektrisch angetriebener Verdichter erhöht Druck und Temperatur des Dampfes.
  3. Wärme abgeben: Im Verflüssiger überträgt das Kältemittel Wärme auf das Heizungswasser und wird wieder flüssig.
  4. Druck absenken: Das Expansionsventil senkt den Druck. Anschließend beginnt der Kreislauf erneut.

Die bereitgestellte Heizwärme stammt somit aus Umweltenergie und eingesetztem Strom. Das erklärt, weshalb Wärmepumpen aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme bereitstellen können. [1]

Luft, Erdreich oder Wasser: Welche Wärmequelle passt?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Außenluft und versorgt Heizkörper oder eine Fußbodenheizung mit warmem Wasser. Für sie sind keine Erdsonden oder Grundwasserbrunnen erforderlich.

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe erschließt Wärme aus dem Erdreich über Kollektoren oder Sonden. Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser. Bei diesen Systemen müssen Grundstück, Erschließungsaufwand und behördliche Anforderungen frühzeitig geprüft werden. [2]

Lassen Sie sich erklären, warum die vorgeschlagene Bauart zu Ihrem Haus passt. Ein günstiger Gerätepreis allein zeigt noch nicht, welche Lösung insgesamt wirtschaftlich ist.

Effizient heizen mit passender Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur bezeichnet die Temperatur des Heizungswassers auf dem Weg zu Ihren Heizflächen. Je geringer der erforderliche Temperaturunterschied zur Wärmequelle, desto günstiger sind grundsätzlich die Bedingungen für einen effizienten Betrieb.

Eine Fußbodenheizung bietet große Heizflächen. Auch ausreichend dimensionierte Heizkörper können gut geeignet sein. Wenn Ihr Haus an kalten Tagen mit höchstens etwa 55 °C Vorlauftemperatur warm wird, ist das ein positives Indiz. Eine fachliche Prüfung der Heizlast bleibt erforderlich. [3]

Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, beschreibt das Verhältnis zwischen abgegebener Wärme und eingesetztem Strom über ein Jahr. Bei einer JAZ von 4 entstehen rechnerisch vier Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde Strom. Ein solcher Wert muss zum Gebäude und zur tatsächlichen Nutzung passen. [4]

Achten Sie bei der Geräteauswahl außerdem auf das Kältemittel. Natürliche Kältemittel wie Propan, auch als R290 bezeichnet, haben ein geringes Treibhauspotenzial. Bei ihrer Verwendung sind die jeweiligen Sicherheits- und Aufstellvorgaben einzuhalten. Für die Umweltbilanz Ihrer Heizung zählen außerdem die Effizienz und die Stromerzeugung. [5]

Wärmepumpe im Trockner: Was unterscheidet sie von der Heizung?

Ein Wärmepumpentrockner nutzt dieselbe grundlegende Technik für eine andere Aufgabe: Er trocknet Wäsche. Dabei wird Wärme im Gerät zurückgewonnen und erneut für den Trocknungsprozess verwendet. Eine Verbindung zur Heizungsanlage Ihres Hauses ist dafür nicht erforderlich.

Wenn Sie einen Trockner kaufen möchten, vergleichen Sie Fassungsvermögen, Programmdauer und Stromverbrauch. Seit Juli 2025 gilt für Wäschetrockner das EU-Energielabel mit den Klassen A bis G. Es nennt unter anderem den gewichteten Verbrauch je 100 Trocknungszyklen. Diese Angaben helfen beim Gerätevergleich; sie beschreiben nicht die Effizienz einer Heizungswärmepumpe. [6]

Wärmepumpe Förderung: Welche Unterstützung ist möglich?

Die KfW fördert den Heizungstausch in bestehenden Wohngebäuden über das Programm 458. Stand November 2026 setzt sich der Zuschuss aus einer Grundförderung und möglichen Boni zusammen.

Für selbstnutzende Eigentümer liegt die Förderobergrenze grundsätzlich bei 70 Prozent. Bis zu 80 Prozent sind in der höchsten Einkommensbonusstufe möglich: bei höchstens 30.000 Euro zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen beziehungsweise 40.000 Euro mit berechtigtem Familienzuschlag. Die weiteren Bonusbedingungen müssen ebenfalls erfüllt sein.

Beim Einfamilienhaus werden höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt. Daraus ergibt sich ein maximaler Zuschuss von 22.400 Euro. Ihr tatsächlicher Förderbetrag kann deutlich niedriger ausfallen.

Förderantrag vor Beginn richtig vorbereiten

Sie benötigen eine Bestätigung zum Antrag durch ein Fachunternehmen oder zugelassene Energieeffizienzexperten. Außerdem muss ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit einer förderkonformen aufschiebenden oder auflösenden Bedingung vorliegen.

Stellen Sie den Antrag vor Beginn des Vorhabens. Eine Förderklausel darf nicht erst nachträglich in einen bestehenden Vertrag aufgenommen werden. Klären Sie die Reihenfolge deshalb vor der Beauftragung. Maßgeblich sind die Bedingungen zum Antragszeitpunkt. [7]

Kosten einer Wärmepumpe: Anschaffung und Betrieb vergleichen

Für eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus einschließlich Installation nennt die Verbraucherzentrale Energieberatung eine breite Orientierung von 20.000 bis 50.000 Euro. Die tatsächlichen Kosten hängen vom System und den Arbeiten am Gebäude ab. Eine mögliche Förderung ist gesondert zu berücksichtigen. [8]

Fordern Sie ein Angebot an, das sämtliche vereinbarten Leistungen ausweist: Gerät, Montage, Elektroarbeiten, Anpassung der Heizungsanlage, Inbetriebnahme und gegebenenfalls Erdarbeiten oder Demontage der alten Heizung. So lassen sich Angebote mit unterschiedlichem Leistungsumfang besser einordnen.

Bevor Sie ein Angebot annehmen, sollten folgende Punkte nachvollziehbar geklärt sein:

  • Welche Heizleistung benötigt Ihr Haus laut Heizlastberechnung?
  • Welche Arbeiten an Heizkörpern, Leitungen und Elektroanschluss sind enthalten?
  • Welches Kältemittel wird eingesetzt, und wo wird die Anlage aufgestellt?
  • Wie werden Warmwasserbereitung, Regelung und Inbetriebnahme umgesetzt?
  • Welche Wartungsleistungen sind vorgesehen, und wer ist später Ihr Ansprechpartner?

Bitten Sie um eine schriftliche Aufschlüsselung. Sie erleichtert den Vergleich und macht offene Leistungen vor der Beauftragung sichtbar.

Rechenbeispiel: Was kostet der Strom pro Jahr?

Angenommen, Ihr Haus benötigt jährlich 18.000 kWh Wärme für Heizung und Warmwasser. Die Wärmepumpe erreicht eine JAZ von 4:

18.000 kWh Wärme ÷ 4 = 4.500 kWh Strom pro Jahr

Bei einem angenommenen Arbeitspreis von 30 Cent je kWh ergeben sich:

4.500 kWh × 0,30 Euro = 1.350 Euro jährlich

Hinzu kommen gegebenenfalls Grundpreis, Messkosten und Wartung. Bei einer JAZ von 3 wären unter denselben Annahmen 6.000 kWh Strom beziehungsweise 1.800 Euro verbrauchsabhängige Stromkosten erforderlich. Das Beispiel zeigt, weshalb eine gute Planung und der passende Tarif gemeinsam betrachtet werden sollten.

Ob ein separater Wärmepumpentarif vorteilhaft ist, hängt auch von Messkonzept und zusätzlichen Grundkosten ab. Weitere Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber zu Wärmepumpenstrom.

Häufige Fragen zur Wärmepumpe

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?

Ja, eine Wärmepumpe kann auch im Altbau effizient heizen. Entscheidend sind Heizlast, Heizflächen und benötigte Vorlauftemperatur. Teilweise genügt der Austausch einzelner Heizkörper; eine umfassende Sanierung ist keine pauschale Voraussetzung. Lassen Sie die Eignung Ihres Gebäudes prüfen.

Wie laut ist eine Wärmepumpe?

Die Lautstärke hängt vom Gerät, Betriebszustand und Aufstellort ab. Bei Luftwärmepumpen verursachen insbesondere Ventilator und Verdichter Geräusche. Entscheidend ist auch, was an benachbarten Wohnräumen ankommt. Lassen Sie Standort und Schallschutz vor der Installation planen. [9]

Welche Typen von Wärmepumpen gibt es?

Zu den wichtigsten Typen gehören Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Luft-Luft-Wärmepumpen übertragen Wärme direkt an die Raumluft. Brauchwasserwärmepumpen sind speziell für die Warmwasserbereitung vorgesehen.

Quellen und weitere Informationen

Stand: 3. November 2026. Förderung und Förderfähigkeit richten sich nach den Bedingungen zum Antragszeitpunkt. Die Verbrauchs- und Kostenbeispiele beruhen auf ausdrücklich angenommenen Werten.

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